Editorial Bauen+ 3/2020
Liebe Leserin, lieber Leser,
als ich diese Zeilen geschrieben habe, gab es in Deutschland 84.818 Infizierte und 1.109 Todesfälle durch eine Krankheit namens COVID-19. Diese Pandemie hat eine weltweite Krise ausgelöst. Erst langsam, doch spätestens seit Mitte März ist sie mit voller Wucht über uns hereingebrochen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist der Alptraum entweder vorbei oder viel schlimmer geworden. Derzeit ist ein Ende nicht abzusehen.
Architektur- und Planungsbüros können durch eine gezielte Umstellung auf „homeoffice“ und Online-Kommunikation ihre Arbeit weitgehend aufrechterhalten. Doch Gebäude lassen sich nicht nur im „homeoffice“ bauen. Sorgen bereitet deshalb der Fortgang der Projekte und vor allem der Baustellen. Von Verzögerungen oder Stillstand in diesem Bereich würden bald auch die Menschen betroffen sein, die jetzt ihre Arbeit in Sicherheit zu Hause verrichten können.
Nach anfänglichem Wirrwarr hat die Politik in der Krise Fuß gefasst und die Aufgabenstellung begriffen. Sicherheit geht nur durch Einigkeit. Die reflexartigen Ausbrüche von Kirchturmpolitik deutscher Kleinstaaten ist der Überzeugung gewichen, dass Maßnahmen und Zeitfenster abgestimmt werden müssen. Das sollte auch nach der Krise Schule machen. Zuviel an Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Baubereich wird der „Kulturhoheit“ der Länder geopfert. Wenn es darum geht, bessere Lösungen zu finden, müssen die Länderfürsten sich auch hier einig werden und aufhören, ihre „Untertanen“ als „Beta-Tester“ zur eigenen Profilierung einzusetzen.
Wie Politik vorangehen und althergebrachte Dinge in Frage stellen muss, erläutert Andreas Otto, Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus für „Bündnis 90/Die Grünen“ im Experteninterview.
In „homeoffice“ ist auch Bauen+ 3/2020 entstanden. Das Bauen und Planen geht weiter und wird sich auch in Zukunft an „Best-practice-Beispielen“ orientieren. Wir zeigen dazu das „Flatiron von Leipzig“ einem Massivholzbau mit auskragender Gebäudespitze, bei dem durchaus knifflige Bauaufgaben vorbildlich gelöst wurden und stellen in „Ausgewählte Aspekte der Planung von Aufstockungsmaßnahmen“ eine Leitlinie zur Vereinfachung der Planung und Durchführung von Aufstockungs- oder Erweiterungsmaßnahmen als Nachverdichtungsmaßnahme in innerstädtischen Bereichen vor.
Die Möglichkeiten zur Eigenstromnutzung beschreibt der Beitrag „Elektrische Speicher in EffizienzhausPLUS Wohngebäuden“ und die Nutzung von Holz als erneuerbare Energiequelle wird in „Holzpellets – klimaneutral heizen“ beschrieben. Daneben finden Sie Informationen zum „Brandschutz bei Sonderbauten aus Sicht der Feuerwehr“ und Kennzeichnung barrierefreier Flucht- und Rettungswege“, den 2. Teil der Planungshinweise zur „Akustischen Gestaltung von Büroumgebungen“.
Bleiben Sie gesund. Wenn Sie in diesen Zeiten Unterstützung benötigen, schreiben Sie mir gerne unter redaktion@bauenplus.de
Ich wünsche Ihnen eine spannende und informative Lektüre.
Reinhard Eberl-Pacan